Labrador

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Wesen des Labrador Retrievers

 

Der Standard, der den idealen Labrador beschreibt, sagt:

"Gutmütig, sehr bewegungsfreudig. Ausgezeichnete Nase, weiches Maul, ausgeprägte Wasserfreudigkeit. Anpassungsfähiger, hingebungsvoller Begleiter. Intelligent, aufmerksam und leichtführig, mit dem starken Willen, seinem Führer zu gefallen. Freundliches Wesen, ohne Spur von Aggression oder angeborener Scheue."

Das heisst im Einzelnen:

Ein typischer Labrador ist gutmütig, er wird mit fremden Menschen, ebenso wie mit Kindern und anderen Tieren, freundlich umgehen. Im Laufe seiner ersten Lebensmonate muss eine gute Sozialisierung erfolgen, begonnen durch den Züchter und fortgesetzt durch den Welpenkäufer. Der Labrador soll von Jugend an so viel wie möglich mitgenommen werden und neue Dinge kennen lernen, also nicht von der Umwelt isoliert werden. Im engen Zusammenleben mit "seinen" Menschen entwickelt er sich so zu einem anpassungsfähigen Begleiter, für den nichts schöner ist, als möglichst viel Zeit mit ihnen zu verbringen.

Ein typischer Labrador ist sehr bewegungsfreudig und braucht deshalb als erwachsener Hund reichlich Auslauf. Auch sollte ihm wegen seiner Wasserliebe häufig die Gelegenheit zum Schwimmen gegeben werden. Die Bewegungsfreude und der bereits erwähnte starke Menschenbezug des Labradors lassen sich nicht mit einer Haltung im Zwinger oder mit regelmäßigem vielstündigem Alleinsein vereinbaren, er würde verkümmern.

Als Ergebnis langjähriger Selektion auf jagdlich nutzbare Eigenschaften ist der Labrador ein Hund mit vorzüglicher Nase, die auch kleinste Geruchsspuren findet, und mit einem weichen Maul, womit er gefundenes Wild oder andere Gegenstände unbeschädigt zu seinem Herrn trägt. Er ist sehr lernfähig und aufmerksam, beobachtet seinen Führer und freut sich über jedes Lob. Diese Lernfähigkeit und Arbeitsfreude sollte man nicht nur bei der Ausbildung zum Jagd- oder Arbeitshund nutzen, sondern auch beim reinen Familienhund. Unterforderte und in ihren Arbeitsanlagen nicht geförderte Hunde neigen dazu, unerwünschte Verhaltensweisen zu entwickeln.

Jede Art von Aggression und Schärfe, sei sie aus Dominanz-Verhalten oder Ängstlichkeit geboren, sowie Scheue, sind beim Labrador äusserst unerwünscht. Als Wächter und Beschützer von Haus und Hof ist ein Labrador aus seriöser Zucht ein Fehlgriff, denn dieser Rasse ist ausgeprägtes Misstrauen fremd. Ein Labrador ist ein Hund zum Anfassen: auch ein Fremder muss ihn anfassen und streicheln können, ohne um seine Gesundheit fürchten zu müssen.

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Gesundheit des Labrador Retrievers:

 

Der LCD konzentriert sich laut seiner Satzung auf die Reinzucht des rassetypischen, gesunden Labrador Retrievers nach dem bei der FCI hinterlegten Standard. Der Labrador ist ein robuster, witterungsunempfindlicher Jagdhund, der in seiner Haltung als unkompliziert eingestuft werden kann. Obwohl er nicht zu den besonders anfälligen Hunderassen zählt, ist auch der Labrador nicht frei von erblichen Krankheiten.

Dazu zählen insbesondere:

 

Skeletterkrankungen Die Hüftgelenksdysplasie (HD) und die Ellenbogendysplasie (ED) zählen zu den Krankheiten, die als erblich eingestuft werden, deren Schweregrad aber durch Haltung und Fütterung beeinflusst werden kann. Wichtig dabei ist, dass der Welpe und Junghund nur seinem Entwicklungsstand angemessen bewegt und gefüttert wird. Übertreibungen jeglicher Art sollten vermieden werden. Hunde mit mittlerem oder schwerem Grad einer Dysplasie sind im LCD nicht zur Zucht zugelassen.

 

Augenerkrankungen Man unterscheidet zwischen PRA (Progressive Retina Atrophie), HC (erbliche Katarakt) und RD (Retinadysplasie). Alle Erkrankungen können im schlimmsten Fall zur Erblindung führen. PRA ist erwiesenermassen eine erbliche Erkrankung des Augenhintergrundes mit rezessivem Erbgang, die letztlich auf jeden Fall zum Verlust der Sehkraft führt. Zur Eliminierung dieser Erkrankung schreibt die Zuchtordnung des LCD einen PRA-Gentest vor und befallene Hunde werden von der Zucht ausgeschlossen.

Bei der Katarakt unterscheidet man zwischen erblichen und nicht erblichen Formen. Hunde mit einer erblichen Katarakt dürfen nicht zur Zucht eingesetzt werden. Auch bei RD unterscheidet man unterschiedliche Formen. Nur Hunde mit der totalen Form sind von der Zucht ausgeschlossen. Hier liegt völlige Blindheit vor. Die anderen Formen sind nicht nachweislich als erblich einzustufen.

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Standard des Labrador Retrievers

 

herausgegeben vom englischen Kennel Club, übernommen von FCI

 

Allgemeines Erscheinungsbild

stark gebaut, kurz in der Lendenpartie, sehr aktiv; breiter Schädel, breiter und tiefer Brustkorb; breit und stark in Lendenpartie und Hinterhand

Charakteristika

Gutmütig, sehr rege. Vorzügliche Nase, weiches Maul; ausgeprägte Wasserfreudigkeit. Anpassungsfähiger, hingebungsvoller Begleiter.

Wesen

Intelligent, aufmerksam und führig, mit einem starken Bedürfnis, seinem Besitzer Freude zu machen. Freundliches Wesen ohne Spur von Aggression oder unangebrachter Scheue.

Kopf und Schädel

Schädel breit mit deutlichem Stop, klare Linien ohne fleischige Backen. Fang von mittlerer Länge, kräftig, nicht spitz. Nasenschwamm breit, gut ausgebildete Nasenlöcher.

Augen

Mittelgroß, mit dem Ausdruck von Intelligenz und Gutmütigkeit; braun oder haselnussfarben.

Ohren

Nicht groß oder schwer, dicht am Kopf getragen und ziemlich weit hinten angesetzt.

Gebiss

Kiefer und Zähne kräftig mit einer perfekten, regelmäßigen und vollständigen Schere, wobei die obere Schneidezahnreihe eng über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen.

Hals

Trocken, stark, kraftvoll, in gut gelagerte Schultern übergehend.

Vorderhand

Schulterblätter lang und schräg gelagert. Vorderläufe mit kräftigen Knochen und gerade vom Ellbogen bis zum Boden, sowohl von vorn als auch von der Seite gesehen.

Körper

Brust von guter Weite und Tiefe, mit stark gewölbtem, fassförmigen Brustkorb. Gerade Oberlinie. Lendenpartie breit, kurz und kräftig.

Hinterhand

Gut entwickelt, nicht zur Rute hin abfallend. Gut gewinkelte Kniegelenke. Sprunggelenke tiefstehend, Kuhhessigkeit im höchsten Maße unerwünscht.

Pfoten

Rund, kompakt; gut gewölbte Zehen und gut entwickelte Ballen.

Rute

Kennzeichnendes Merkmal, sehr dick am Ansatz, sich allmählich zur Spitze hin verjüngend. Mittellang ohne Befederung, aber rundherum vollständig mit kurzem, dichten, dickem Fell bedeckt, was den "abgerundeten" Eindruck ergibt, der als "Otter"-Rute bezeichnet wird.

Gangwerk/Bewegung

Frei, raumgreifend; dabei in der Vorder- und Hinterhand gerade und taktrein.

Fell

Kennzeichnendes Merkmal, kurz und dicht ohne Wellen oder Befederung, es fühlt sich ziemlich hart an; wasserdichte Unterwolle.

Farbe

Einfarbig Schwarz, gelb oder leberfarben/schokoladenbraun, gelb reicht von hellcreme bis fuchsrot. Ein kleiner weißer Brustfleck ist zulässig.

Größe

Ideale Widerristhöhe: Rüde 56 - 57 cm (22-22 ½ ins), Hündinnen 54 - 46 cm (21 ½ - 22 ins).

Fehler

Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten sollte als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung und der Beeinflussung der Gesundheit und des Wohlbefindens des Hundes sein sollten.

Anmerkung

Rüden sollten zwei offensichtlich normale Hoden haben, die sich vollständig im Hodensack befinden.

 

Quelle: Homepage des LCD e.V.